20 Jahre Nördliches Harzvorland: Jubiläum mit Rückblick, Austausch und Ausblick
Am Samstag, 22.08.2026, feierte die LEADER-Region Nördliches Harzvorland ihr 20-jähriges Jubiläum mit mehr als 60 Teilnehmenden bei einem abwechslungsreichen Nachmittag und Abend in Bertas Scheune in Achim. Unter dem Motto „Gesichter, Geschichten, Gemeinschaft“ standen Rückblick, Begegnung und der gemeinsame Blick in die Zukunft der regionalen Entwicklung im Mittelpunkt.
Zum Auftakt machten sich rund 30 Gäste im Rahmen von „LEADER on tour“ auf den Weg durch die Region, um ausgewählte Projekte direkt vor Ort kennenzulernen. Nach der Begrüßung durch Martin Schulze, Bürgermeister der Gemeinde Schladen-Werla und Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), führte die Bustour vom LEADER-Projekt Berta’s Küche in Achim zu den neuen Campingfässern im Obstgarten im Warnetal in Gielde. Im Dorfgemeinschaftshaus Gielde standen danach nicht nur die LEADER-geförderte Sanierung des Gebäudes, sondern auch die Erfahrungen aus dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sowie die besondere Jugendarbeit im Mittelpunkt, mit der Kinder und Jugendliche früh an ehrenamtliches Engagement herangeführt werden.
Anschließend erfuhren die Teilnehmenden mehr über die Ausweitung der Kontaktstelle Oderwald Sozial auf die Gemeinde Schladen-Werla. Die Kontaktstelle ist Ansprechpartnerin für soziale Fragen und unterstützt insbesondere ältere Menschen dabei, möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können. Genau das zeigt, was LEADER ausmacht: gute Ideen vor Ort über kommunale Grenzen hinweg weiterzuentwickeln.
Zum Abschluss der „LEADER on tour“ ging es zum Waldschwimmbad Salzgitter-Gebhardshagen, das vom betreibenden Verein mit Hilfe von LEADER-Geldern barrierefreier und zugänglicher gestaltet wurde.
Zurück an Bertas Scheune erwartete die inzwischen mehr als 60 Gäste ein Sektempfang, eine Ausstellung mit einer Auswahl von LEADER-Projekten aus den vergangenen Jahren sowie lebendige Videobotschaften von LEADER-Projektträger*innen. Präsentiert wurden auch Ergebnisse aus der Entwicklungsphase „DenkDeinDorf… und darüber hinaus!“ - darunter der mobile Begegnungsort aus Dahlum, der am Jubiläum als Bühne genutzt wurde. Damit wurde sichtbar, wie vielfältig die Förderung in der Region über die Jahre gewirkt hat. Die Ausstellung mit einer Auswahl der über 52 LEADER-Projekten sowie den Ergebnissen aus „Denk Dein Dorf… und darüber hinaus!“ lud zum Anschauen, Anfassen, Durchstöbern und Schmecken ein.
Den Abend eröffnete die Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Frauke Patzke, mit einem Grußwort.
„20 Jahre Regionalentwicklung im Nördlichen Harzvorland zeigen eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen vor Ort gemeinsam Verantwortung übernehmen und über Gemeindegrenzen hinweg zusammenarbeiten. LEADER schafft dafür den richtigen Rahmen: Entscheidungen werden nah bei den Menschen getroffen und aus ihren Ideen entstehen Projekte, die die Lebensqualität ganz konkret verbessern. Dieses Engagement ist eine große Stärke der Region – und zugleich ein hervorragendes Fundament für die Zukunft.“, so Frauke Patzke.
Anschließend begrüßte Martin Schulze die Anwesenden und führte durch das Programm. In seinem Rückblick betonte der frühere Sprecher der Region, Andreas Memmert, die Anfänge der regionalen Zusammenarbeit: Zu Beginn sei es keineswegs selbstverständlich gewesen, dass Kommunen über Stadt- und Landkreisgrenzen hinweg gemeinsam an der Entwicklung ihrer Region arbeiten. Aus dieser Zusammenarbeit sei jedoch eine tragfähige Gemeinschaft mit gelebter Kooperationskultur entstanden, die weit über reine Projektförderung hinausgehe.
Im anschließenden Gespräch mit den LAG-Mitgliedern Frederick Brandt, Dirk Neumann, Julia Lorenz, Julia Lüttge und Sven Volkers wurden die „sieben gelebten Merkmale“ einer LEADER-Region deutlich: Die Ideen kommen aus der Region selbst. Die Menschen, Vereine und Kommunen arbeiten eng für die Entwicklung ihrer Region zusammen. Bedarfsgerecht werden verschiedene Themen miteinander verbunden. Es entstehen neue Netzwerke, kreative und innovative Lösungen und gemeinsame Projekte. Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner berichteten von ihren Erfahrungen in der LAG, der Zusammenarbeit zwischen Kommunen sowie Wirtschafts- und Sozialpartner*innen und stellten konkrete Projekte mit ihrem Mehrwert für die Region vor. Dabei wurde deutlich, dass LEADER mehr ist als finanzielle Förderung – nämlich ein gemeinsamer Entwicklungsprozess, der von Ideen aus der Region, fachlichem Austausch und engagierter Zusammenarbeit lebt.
Ein besonderer Fokus des Abends lag auf dem direkten Austausch mit den Gästen. Die Veranstaltung bot zahlreiche Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu teilen und die Vielfalt der ländlichen Entwicklung im Nördlichen Harzvorland zu entdecken.
„Das heutige Jubiläum hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig LEADER vor Ort ist und wie viel durch Zusammenarbeit, Austausch und gemeinsames Anpacken möglich wird“, lautete das Fazit des LAG-Vorsitzenden Martin Schulze. Sein Dank galt allen Mitwirkenden - den Kommunen, Projektträgerinnen und Projektträgern, Vereinen, Initiativen, Bürgerinnen und Bürgern sowie den Partnerinnen und Partnern, die die Entwicklung der Region über zwei Jahrzehnte mit Ideen, Engagement und Fachwissen unterstützt haben.