23.07.2020

Erster bundesweiter Warntag am 10.09.2020

 

Am 10. September 2020 wird der erste bundesweite Warntag stattfinden. An diesem Tag werden bundesweit alle vorhandenen Warnmittel getestet.

Im Vorfeld des bundesweiten Warntags wollen die Verantwortlichen über jeweils vorhandene Informationskanäle die Bevölkerung informieren. Das Ziel ist, für das Thema zu sensibilisieren und notwendiges Wissen zu Warnungen und Warnprozessen zu vermitteln.

Nach Beschluss der Innenministerkonferenz wird der bundesweite Warntag ab dem Jahr 2020 jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September stattfinden. Er soll – ebenso wie die bereits auf Landesebene durchgeführten Warntage – dazu beitragen, die Akzeptanz und das Wissen um die Warnung der Bevölkerung in Notlagen und damit deren Selbstschutzfertigkeiten zu erhöhen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich die Bedeutung der Warnsignale bewusster machen und wissen, was sie nach einer Warnung tun können.

Am 10. September 2020 wird pünktlich um 11:00 Uhr ein bundesweiter Probealarm unter Einbindung aller vorhandenen Warnmittel durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise Warn-Apps, Radio, Fernsehen und lokale Warnmittel wie Sirenen. Warnmultiplikatoren wie zum Beispiel Rundfunksender übermitteln die Probewarnung mit möglichst wenig Zeitverlust über das jeweilige Programm. Auch die Entwarnung wird durch die Warnzentrale des BBK versendet, welche ebenfalls durch die Warnmultiplikatoren und die Warnmittel an die Bevölkerung übermittelt wird.

Bund und Länder bereiten den bundesweiten Warntag in Abstimmung mit kommunalen Vertreterinnen und Vertretern und relevanten Akteuren wie Hilfsorganisationen gemeinsam vor. Er ist also ein Resultat einer bund-länderübergreifenden Zusammenarbeit.

Es hat sich gezeigt, dass Menschen in Krisensituationen vor allem auf Bekanntes und bereits Erlerntes zurückgreifen. Für eine effektive Warnung ist es deshalb sinnvoll, wenn Warnungen über bekannte und vertraute Kanäle übermittelt werden und so eine höhere Akzeptanz erfahren. Die Einführung eines jährlichen, bundesweiten Warntags soll die Bekanntheit von Warnkanälen und so auch die Akzeptanz von Warnungen in einer Schadenslage erhöhen.

Fragen zum bundesweiten Warntag

1. Was ist der bundesweite Warntag?

Der bundesweite Warntag ist ein gemeinsamer Aktionstag von Bund und Ländern. Er findet erstmals am 10. September 2020 unter Beteiligung der Kommunen statt und wird ab dann jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September durchgeführt.

 

Am Warntag wird zum einen die technische Infrastruktur der Warnung in ganz Deutschland mittels einer Probewarnung getestet. Zum anderen wird der Warntag von einer an die Bevölkerung gerichteten Öffentlichkeitsarbeit flankiert, um Warnprozesse transparenter und mögliche Warnanlässe bekannter zu machen.

2. Was passiert am bundesweiten Warntag?

Am 10. September 2020 um 11 Uhr werden auf Ebene der Länder und Kommunen verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst (z.B. Sirenen).

 

Parallel wird eine Probewarnung von der Warnzentrale im Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unter Einbindung aller angeschlossenen Warnmittel durchgeführt.

 

Diese Probewarnung wird an alle Warnmultiplikatoren geschickt, die am Modularen Warnsystem (MoWaS) angeschlossenen sind (z. B. App-Server, Rundfunksender). Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung wiederum in ihren Systemen bzw. Programmen an Endgeräte wie Radios und Warn-Apps.

 

Flankierend findet eine Presse- und Öffentlichkeitsarbeit statt. Diese und die Probewarnung selber haben zum Ziel, Bürgerinnen und Bürger für das Thema „Warnung der Bevölkerung“ zu sensibilisieren, auf die verfügbaren Warnmittel (z.B. Sirenen, Warn-Apps, digitale Werbeflächen) aufmerksam zu machen und notwendiges Wissen zum Umgang mit Warnungen zu vermitteln, um die Bevölkerung in ihrer Fähigkeit zum Selbstschutz zu unterstützen.

3. Wer organisiert den bundesweiten Warntag?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und die Innenministerien der Länder bereiten den bundesweiten Warntag in Abstimmung mit Vertreterinnen und Vertreter der komunalen Spitzenverbände gemeinsam vor und führen diesen auch gemeinsam durch.

 

Das ISF-Bund-Länder-Projekt „Warnung der Bevölkerung“ im BBK beteiligt sich ebenfalls an der Vorbereitung und Durchführung des bundesweiten Warntages. Gefördert wird das Projekt durch den Fonds für Innere Sicherheit der Europäischen Union (ISF). Ziel des Projektes ist es, die Warneffektivität in Deutschland zu erhöhen. Auf Basis einer engen Zusammenarbeit von Bund und Ländern wurde im Rahmen des Projektes der Beschluss zur Durchführung eines gemeinsamen bundesweiten Warntags gefasst.

 

Die ISF-Projektgruppe hat gemeinsam mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe ein Rahmenkonzept für einen bundesweiten Warntag entwickelt und die Organisation des Warntages 2020 übernommen. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie unter www.warnung-der-bevölkerung.de/projekt/ 

 

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite zum bundesweiten Warntag: www.bundesweiter-warntag.de.

4. Warum gibt es den bundesweiten Warntag?

Der bundesweite Warntag wird ab dem Jahr 2020 nach Beschluss der Innenministerkonferenz jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September stattfinden.

 

Die zunehmende Anzahl an Naturkatastrophen (z.B. Hitzewellen 2018 und 2019, Starkregenereignisse, Hochwasser) und andere Bedrohungslagen wie Terroranschläge (z.B. Halle 2019, Hanau 2020) und aktuell die Corona-Pandemie haben den Stellenwert des Warnsystems erhöht. Damit Warnungen effektiv sind, ist es notwendig, Wissen zu vermitteln und Strukturen zu erklären. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Warnungen umso eher akzeptiert werden je besser der betroffenen Bevölkerung das System und dessen Akteure bekannt sind.

 

Der bundesweite Warntag soll – ebenso wie die von einzelnen Bundesländern durchgeführten Warntage– Funkion und Ablauf der Warnung besser verständlich machen. Er soll dazu beitragen, die Akzeptanz und das Wissen um die Warnung der Bevölkerung in Notlagen zu erhöhen und damit die Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung zu unterstützen. Die Sirenensignale (insbesondere die nun bundesweit einheitlichen) sollen bekannter werden und die von einer Warnung potentiell Betroffenen sollen wissen, wie sie sich schützen und wo sie weitere Informationen zur Gefahrenlage finden können.

 

Die Bedeutung und Aktualität des Themas Warnung zeigt sich auch durch die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in diesem Jahr. Zur Warnung und Information der Bevölkerung nutzen Bund, Länder und Kommunen u.a. die verfügbaren Kommunikationskanäle der Warnung. So werden beispielsweise über die Warn-Apps Warnungen und Informationen der zuständigen Behörden bereitgestellt.

5. Wie kam es zu der Entscheidung, einen bundesweiten Warntag stattfinden zu lassen?

Im September 2017 entstanden im Rahmen der zuständigen Fachgremien von Bund und Ländern erste Überlegungen zur Durchführung eines bundesweiten Warntages. Dabei gelangten die Beteiligten zu dem Schluss, dass ein solcher gemeinsamer Tag bestmöglichst dafür geeignet ist, um zusammen die Warninfrastruktur in Deutschland zu testen und die Akzeptanz in der Bevölkerung für das Thema zu erhöhen. Eine entsprechende Empfehlung wurde in die Leitlinien für ein Gemeinsames Warnkonzept von Bund und Ländern (2019) aufgenommen.

 

Mit der in Nordrhein-Westfalen im September 2018 durchgeführten Veranstaltung „Landesweiter Warntag“ konnten erste praktische Erfahrungen gesammelt werden, die den gemeinsamen Entschluss bekräftigt haben.

 

Die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren (IMK) beschloss im Juni 2019 beginnend ab September 2020 am jeweils zweiten Donnerstag im September einen bundesweiten Warntag durchzuführen.

6. Warum ist dieser Tag gewählt worden?

Der bundesweite Warntag findet erstmalig am 10. September 2020 statt. Danach soll der Warntag jährlich jeweils am zweiten Donnerstag im September durchgeführt werden.

 

Der bundesweite Warntag soll einen möglichst großen Teil der Bevölkerung ansprechen. Die Sommerferien enden in allen Bundesländern spätestens im September. Somit ist am zweiten Donnerstag im September der größte Teil der Bevölkerung im alltäglichen Umfeld potentiell erreichbar.

7. Werden finanzielle Mittel für den bundesweiten Warntag eingesetzt?

Im Rahmen des Bund-Länder-Projektes „Warnung der Bevölkerung“ werden für die bundesweiten Warntage 2020 und 2021 insgesamt 170.000 Euro zur Verfügung gestellt.

 

Die Mittel werden im Wesentlichen für die Entwicklung und den Betrieb der Webseite www.bundesweiter-warntag.de sowie für die Entwicklung von Printerzeugnissen wie Flyer und Plakate zur Information der Bevölkerung verwendet. Darüber hinaus gehende Kosten für jeweils eigene Aktionen der Beteiligten aus Bund, Ländern und den Kommunen werden von den Beteiligten selbst getragen.

8. Wo erhalte ich Informationen zum bundesweiten Warntag?

Allgemeine Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.bundesweiter-warntag.de. Dort finden Sie ebenfalls Information über die zuständigen Behörden und über geplante Veranstaltungen in den Ländern am Warntag.

 

Informationen über Aktivitäten zum bundesweiten Warntag in Ihrer Kommune erhalten Sie bei den zuständigen lokalen Behörden.

9. Muss ich mich auf den bundesweiten Warntag vorbereiten?

Sie müssen sich nicht auf den Warntag vorbereiten. Damit Sie vorab informiert sind, empfiehlt es sich jedoch, sich zu erkundigen, welche Warnmittel in Ihrer Kommune ausgelöst werden. Informieren Sie gerne auch Ihre Angehörigen und Freunde.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.bundesweiter-warntag.de.

10. Was ist, wenn am Warntag selber oder in den Tagen davor tatsächlich eine Großschadenslage, ein Terroranschlag oder ein gravierendes politisches Ereignis eintritt?

In einem solchen Fall werden die Verantwortlichen aus Bund und Ländern über das weitere Vorgehen beraten. Entscheidungen müssen in einem solchen Fall situations- und lageabhängig getroffen werden.

11. Was passiert im Falle einer technischen Störung oder der Nichtübertragung von Warnmeldungen?

Die beteiligten Behörden und Einrichtungen verfügen über ein eigenes Krisen- und Störungsmanagement, um solchen Vorfällen begegnen zu können. Dementsprechend werden in einem solchen Fall die notwendigen Maßnahmen der zuständigen Stellen eingeleitet.

 

Darüber hinaus dient die Probewarnung am bundesweiten Warntag neben der Information der Bevölkerung auch konkret dazu, die technische Warninfrastruktur zu überprüfen, mögliche technische Fehler zu identifizieren und diese entsprechend zu beheben.

Fragen zum Thema „Warnung der Bevölkerung“

1. Was verstehen wir unter Warnung?

Warnung bedeutet die Information der Bevölkerung über drohende Gefahren und/oder akute Schadensereignisse inklusive Handlungsempfehlungen. Grundlage für die Warnung im Bereich Bevölkerungsschutz sind die entsprechenden gesetzlichen Regelungen in den 16 Ländern, z.B. im Brand- und Katastrophenschutzrecht bzw das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG).

 

Die mit Warnungsaufgaben befassten Behörden in Deutschland arbeiten kooperativ und eng zusammen.

 

Die Bundesländer bzw. die nach Landesrecht zuständigen Behörden der Länder sind auf der Grundlage des ZSKG im Auftrage des Bundes für die Warnung vor besonderen Gefahren, die der Bevölkerung in einem Verteidigungsfall drohen zuständig. Darüber hinaus sind die Länder bzw. Kommunen entsprechend der landresrechtlichen Regelungen für Warnungen im Katastrophenfall sowie für Warnungen in für die Bevölkerung relevanten Alltagslagen (Brandschutz, Technische Hilfeleistung und öffentliche Sicherheit) zuständig. Dabei dient das Modulare Warnsystem (MoWaS) als einheitliche technische Plattform (siehe Frage 4.10).

 

MoWaS ist ein vom Bund betriebenes leistungsfähiges und hochverfügbares Warn- und Kommunikationssystem.

 

Das BBK ist verantwortlich für die Warnung der Bevölkerung im Verteidigungsfall, wobei die Länder und Kommunen mit ihrer Warninfrastruktur unterstützen.

 

Zudem obliegt dem Bund u.a. die Aufgabe, Wetter- und Lebensmittelwarnungen auszusprechen.

2. Wen sollen Warnungen erreichen?

Eine Warnung soll die von einer möglichen Gefahrenlage potentiell betroffenen Menschen erreichen, aber je nach Lage auch Menschen, die sich berechtigterweise betroffen fühlen könnten. Zielgruppe von Warnungen ist nicht allein die Wohnbevölkerung – also die sich dauerhaft in einem Gebiet aufhaltenden und somit mit dem Gebiet mehr oder weniger vertrauten Personen –, sondern die sogenannte Aufenthaltsbevölkerung.

 

Unter der Aufenthaltsbevölkerung werden alle Personen, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Gebiet aufhalten, verstanden, unabhängig von der Dauer und Intention ihres Aufenthalts. Neben der ansässigen Bevölkerung sind dies z.B. Reisende (Urlauberinnen und Urlauber oder Personen mit kurzem Arbeitsaufenthalt), Durchreisende (Transitverkehr), Pendlerinnen und Pendler (auch über nationale Grenzen hinweg) und Menschen ohne festen Wohnsitz.

 

Warnungen richten sich aber auch an Institutionen, Behörden und Unternehmen. Diese können auf der Basis von Warnmeldungen wichtige Entscheidungen treffen, z.B. Produktionsprozesse anpassen oder Schutzmaßnahmen einleiten.

3. Wovor werde ich gewarnt? Worüber werde ich informiert?

Größere Schadensereignisse und Gefahrenlagen gefährden Ihre Sicherheit und die Ihrer Familie, Angehörigen, Ihres sozialen Umfeldes sowie möglicherweise Ihr Eigentum. Bei drohenden Gefahren werden Sie gewarnt und entsprechend informiert, damit Sie sich zu Ihrem Schutz auf die Gefahr einstellen können.

 
  • Naturgefahren (wie Hochwasser oder Erdbeben)
  • Unwetter (wie schwere Stürme, Gewitter oder Hitzewellen)
  • Schadstoffaustritte
  • Ausfall der Versorgung (z.B. Energie, Wasser, Telekommunikation)
  • Krankheitserreger
  • Großbrände
  • Waffengewalt und Angriffe
  • Weitere akute Gefahren (wie Bombenentschärfungen)

4. Wer warnt mich? Welche Behörden sind für die Warnung zuständig?

Abhängig von der Art der Gefahr werden Sie von unterschiedlichen Behörden gewarnt bzw. informiert. Dazu zählen unter anderem:

 
  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) warnt die betroffene Bevölkerung bei Kriegsgefahren, zum Beispiel bei einem Raketenangriff.
  • Die kommunalen Leitstellen der Feuerwehren warnen vor Alltagsgefahren wie z.B. bei Bränden oder Bombenfunden.
  • Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor gefährlichen Wetterlagen.
  • Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnt in den Bereichen Gezeiten, Wasserstand und Sturmflut.
  • Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert über Gefahren (wie Cyber-Attacken, Viren und Trojaner) in der Informationstechnik.
  • Die Hochwasserzentralen der Bundesländer warnen vor Hochwassern.
 

Bei einigen Ereignissen geben auch mehrere Behörden gleichzeitig Warnungen und Gefahreninformationen heraus, zum Beispiel bei Evakuierungen.

 

In amtlichen Warnungen ist immer klar gekennzeichnet, wer die Warnung herausgegeben hat.

5. Welche Warnmittel stehen zur Verfügung?

Eine Warnung erreicht Sie in der Regel auf mehreren unterschiedlichen Verbreitungswegen und Kanälen.

 

Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundes können Bund, Länder und Kommunen eine Vielzahl von Warnmitteln auslösen. Hier eine Übersicht der derzeit angeschlossenen Warnmittel:

 
  • Warn-Apps (NINA, BIWAPP - Bürger Info und Warn App, KATWARN, diverse regionale Warn-Apps)
  • Radio (landesweit sendende deutsche Radiosender sowie eine Vielzahl von Lokalradiosendern (analog und digital))
  • Fernsehen (bundesweite Programme der öffentlich-rechtlichen (ARD, ZDF, Deutsche Welle) und privaten Anbieter sowie Landesrundfunkanstalten (BR, hr, MDR, NDR, Radio Bremen, rbb, SR, SWR und WDR)
  • Online (www.warnung.bund.de)
  • Stadtwerbetafeln
 

Darüber hinaus gibt es weitere kommunale Warnmittel, die direkt vor Ort ausgelöst werden. Dazu gehören unter anderem:

 
  • Warn-Apps: (Diese können auch direkt durch die zuständigen Stellen ausgelöst werden. Dies ist abhängig von der jeweiligen Anbindung an die Warnsysteme vor Ort.)
  • Fahrgastinformationssysteme (Verschiedene Verkehrsanbieter zeigen Warnmeldungen in ihren Verkehrsinformationssystemen an.)
  • Sirenen (Dort, wo regional Sirenen betrieben werden, wird die Bevölkerung bei Gefahrenlagen einzelfallbezogen über Sirenen gewarnt.

6. Wie hilft mir eine Warnung?

Mit jeder Warnung erhalten Sie in der Regel Informationen zur Gefahr und Empfehlungen, was Sie zu Ihrem Schutz tun können oder wo Sie weitere Informationen erhalten, z.B. auf den Websites der zuständigen Behörden. In der Warn-App NINA finden Sie außerdem allgemeine Informationen zu unterschiedlichen Gefahren sowie ausführliche Schutzempfehlungen.

 

Generell gilt: Bewahren Sie Ruhe, informieren Sie sich über die Medien und informieren Sie ggfs. Ihre Nachbarinnen und Nachbarn.

7. Wo erhalte ich verlässliche Informationen über eine Gefahrenlage?

Verlässliche Informationen über eine Gefahrenlage erhalten Sie jeweils beim Herausgeber einer Warnmeldung. In den meisten Fällen wird in den Warnungen angegeben wird, wo es weiterführende Informationen gibt.

 

In Deutschland ist gesetzlich geregelt, wer amtlich warnen muss. Abhängig von der Art der Gefahr sind das unterschiedliche Behörden. Bei einigen Ereignissen geben auch mehrere Behörden gleichzeitig Warnungen und Gefahreninformationen heraus, zum Beispiel bei Evakuierungen (vergleiche Frage 4).

8. Was bedeuten die Sirenentöne?

Für den Fall einer Warnung wird bundeseinheitlich ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton verwendet, zur Entwarnung ein einminütiger Dauerton.

 

Darüber hinaus sind die Sirenensignale bundesweit nicht vereinheitlicht.

 

Informieren Sie sich über den jeweiligen Einsatz von Sirenen und die entsprechende Bedeutung der örtlichen Sirenensignale bei Ihrer Kommune.

9. Wie und wann wird entwarnt?

Eine Entwarnung wird dann versandt, wenn die Gefahr, vor der gewarnt wurde, vorüber ist oder sich die Auswirkungen im entsprechenden Maße verringert haben.

 

Die Entwarnung erfolgt in der Regel jeweils durch die Institution, die die Warnung herausgegeben hat, und zwar in der Regel auf dem Kanal, auf dem gewarnt wurde. So senden bzw. verlesen Radiosender eine entsprechende Meldung zur Entwarnung und auch die Warn-App NINA veröffentlicht eine Entwarnung.

10. Was ist das Modulare Warnsystem?

Warnmeldungen sollen auf möglichst vielen Wegen verbreitet werden, um einen möglichst großen Teil der Bevölkerung zu erreichen. Auch im Hinblick darauf wurden Technik und Verfahren stetig weiterentwickelt, um den strategischen Anforderungen an ein integriertes Warnsystem gerecht zu werden.

 

Heute verfügt der Bund mit dem Modularen Warnsystem (MoWaS) über ein leistungsfähiges Warn- und Kommunikationssystem. Es wird gemeinsam genutzt von Bund und Ländern für die Warnung und Information der Bevölkerung im Zivilschutz und Katastrophenfall.

 

Die Übertragung der Warnmeldung erfolgt via Satellit. Satellitenkommunikation ist im Gegensatz zu terrestrischen bzw. landgestützten Übertragungswegen wie UKW oder Mobilfunk unempfindlicher gegen Störungen wie Stromausfälle.

 

MoWaS gliedert sich in die Bereiche Auslösung MoWaS, Warnmultiplikatoren und Warnmittel:

 
  • Der Bereich Auslösung umfasst die sogenannten MoWaS-Sende- und Empfangssysteme in den Lagezentren von Bund und Ländern sowie in angeschlossenen Leitstellen der unteren Katastrophenschutzbehörden (in der Regel (Land-)Kreise und kreisfreie Städte). Derzeit sind über 100 Stationen bundesweit im Einsatz. Neben satellitenbasierten Vollsystemen steht ein webbasiertes Eingabeportal zur Verfügung, über das Warnmeldungen als Vorlage elektronisch an die Vollsysteme übermittelt und von dort aus ausgelöst werden können. Ausnahme ist die direkte Auslösung der Warnstufe 3 in der NINA-App. Dieser webbasierte Zugang wird vor allem von den unteren Katastrophenschutzbehörden verwendet und findet seit Oktober 2017 bis September 2020 im Live-Testbetrieb im Rahmen des ISF-Bund-Länderprojektes „Warnung der Bevölkerung“ Anwendung. Danach wird die vS/E in den Regel- und Wirkbetrieb überführt werden. Über 200 Stationen nehmen bundesweit daran teil.

  • Warnmultiplikatoren sind Behörden, Organisationen und Unternehmen (z.B. Deutsche Bahn), alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und ein Großteil der privaten Medienhäuser, Internet- und Pagingdienste sowie App-Betreiber (z.B. Warn-Apps NINA, KatWarn, BIWAPP), von denen die Warnmeldungen an ihre Kunden bzw. Nutzer, also letztendlich an die Bevölkerung als eigentlichen Adressaten, weitergeleitet werden. Die Warnmeldungen werden von der herausgebenden Stelle mit einer Warnstufe versehen, entsprechend der Gefährdungslage. Dabei gibt es eine Unterscheidung in drei Warnstufen:
    • a. 1 – hoch – ›Amtliche Gefahrendurchsage
    • b. 2 – mittel – ›Amtliche Gefahrenmitteilung
    • c. 3 – niedrig – ›Gefahreninformation

zwischen Warnmultiplikatoren und BBK als Betreiber von MoWaS besteht eine Vereinbarung, welche die Warnmultiplikatoren dazu verpflichtet, Warnmeldungen zu veröffentlichen bzw. zu übermitteln. In den Multiplikatorenvereinbarungen ist definiert, wie die Multiplikatoren, vor allem die Rundfunksender, Warnmeldungen gemäß der Warnstufen verarbeiten müssen bzw. sollten.

 
  • Im Bereich Endgeräte (bzw. Endanwendungen) sind im Zusammenhang mit MoWaS alle Warnmittel erfasst, über die die Warnmultiplikatoren unmittelbar Warnmeldungen ausgeben und der Bevölkerung als Endnutzer zur Verfügung stellen. Dazu zählen z.B. Radio, Fernsehen, Internet, Mobilfunk-App und digitale Stadtanzeigetafeln.

11. Wie kann ich selbst auf eine Gefahr hinweisen?

Wann wählt man die 112?

 

Mit der 112 erreicht man die Leitstellen von Feuerwehr und Rettungsdienst. Generell gilt: Bei Unfällen, Bränden oder in akuten, eventuell lebensbedrohlichen Notfallsituationen muss die Notrufnummer 112 gewählt werden. Auch wenn die Situation unklar oder der Verletzungsstand nicht ersichtlich ist, darf und sollte der Notruf gewählt werden.

Die 112 ist in ganz Europa, in Israel, Norwegen, Russland, Schweiz und der Türkei die Notrufnummer, die rund um die Uhr von Menschen in Not angerufen werden kann. Sie ist kostenlos, sowohl vom Festnetzanschluss, als auch vom Handy zu erreichen und kann sogar angerufen werden, wenn kein Mobilfunknetz verfügbar ist.

 


Wann wählt man die 110?

 

Der Notruf der Polizei sollte immer dann gerufen werden, wenn man sich bedroht fühlt, man sich in einer gefährlichen Situation befindet oder sich eine Notsituation anbahnt. Auch als Zeuge oder Zeugin einer Straftat oder Gefahrenlage, die die Hilfe der Polizei erfordert, ist die 110 zu wählen.