Projekt „Dorfentwicklung“ in der Samtgemeinde Oderwald

Die Samtgemeinde Oderwald mit ihren sechs Mitgliedsgemeinden wurde im Jahr 2017 in das niedersächsische Dorfentwicklungsprogramm nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE) des Nds. Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufgenommen. Neu war es zu diesem Zeitpunkt, dass das Land Niedersachsen in dieser Förderperiode nicht mehr Einzeldörfer, sondern gemeinsame Dorfregionen unterstützt.

Begleitet wird die Samtgemeinde Oderwald bei ihrem Vorhaben von dem Planungsbüro Warnecke, Braunschweig, welches den Dorfentwicklungsplan in Zusammenarbeit mit der Verwaltung, Politik, aber auch insbesondere den Einwohnerinnen und Einwohnern entwickelt hat.

Nach einer gelungenen Auftaktveranstaltung am 15.03.2018 in der Oderwaldhalle in Börßum folgten im April 2018 die Ortsbegehungen auf denen die jeweiligen Problembereiche der einzelnen Orte sowie die besonderen Potenziale zur dörflichen Entwicklung benannt wurden.

Die Ergebnisse der Ortsbegehungen wurden im Anschluss daran in drei Arbeitsgruppensitzungen auf örtlicher Ebene diskutiert.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurden fünf Arbeitskreise gegründet, welche in der Zeit von September 2018 bis Januar 2019 in insgesamt 15 Sitzungen die Prioritätenlisten für die einzelnen Gemeinden erarbeitet haben, damit diese den Gemeinderäten zur Beschlussfassung vorgelegt werden konnten.

Die Arbeitskreise wurden in folgende Themenfelder unterteilt:

  • Straßenraum und Mobilität;
  • Soziales Leben und Daseinsvorsorge;
  • Wirtschaft und Tourismus;
  • Ökologie und Umweltschutz;
  • Baukultur und Siedlungsentwicklung.

Eine weitere Arbeitsgruppe bilden die aktiven Landwirte, welche sich im Januar 2019 zusammengefunden haben.
Die Arbeitskreise werden sich auch zukünftig 1–2-mal im Jahr für die Fortschreibung des Dorfentwicklungsplanes treffen. Die Einladung erfolgt über die Samtgemeinde Oderwald.

Der Rat der Samtgemeinde Oderwald hat der Endfassung des Dorfentwicklungsplanes auf seiner Sitzung am 26.06.2019 zugestimmt, die wiederum auch vom Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig genehmigt wurde.

Im nächsten Schritt erfolgt die Umsetzung von einzelnen Projekten. Begleitet wird die Samtgemeinde Oderwald während des Prozesses weiterhin von dem Planungsbüro Warnecke, Braunschweig.

Für die so konzipierten öffentlichen Vorhaben wurden im Dorfentwicklungsplan jeweils grobe Kostenschätzungen aufgeführt. Im Rahmen der Dorfentwicklung können Vorhaben z.B. bei Gemeinschaftsanlagen oder im Straßenraum und bei Plätzen gezielt gefördert werden, wobei sich die Förderquote der Kommune nach der sogenannten Steuereinnahmekraft richtet, die als Mittelwert über die Steuereinnahmen der vergangenen 3 Jahre in jedem Jahr neu ermittelt wird. Für die Gemeinden Flöthe und Cramme beträgt der aktuelle Fördersatz derzeit 53 %, während die Gemeinden Börßum, Dorstadt, Ohrum und Heiningen sowie die Samtgemeinde Oderwald zur Zeit sogar mit 63 % unterstützt werden. Ggfs. ergibt sich eine Erhöhung um 10 % bei inhaltlicher Zuordnung zu den Zielen des ILEK Nördliches Harzvorland.

Private Maßnahmen können im Rahmen der Dorfentwicklung mit 30 % der zuwendungsfähigen Kosten bezuschusst werden und beziehen sich grundsätzlich auf die von außen sichtbaren Bereiche an Gebäuden, die etwa bis 1950 errichtet wurden.

Unabhängig von den Terminen in den Arbeitsgruppen bedürfen private Bauvorhaben einer Einzelbetrachtung in Abstimmung zwischen Eigentümer, Förderbehörde und Planungsbüro. Gezielte, für den potentiellen Antragsteller kostenfreie Beratungen werden ab sofort angeboten. Nähere Informationen dazu erhalten Sie bei der Samtgemeinde Oderwald oder dem Planungsbüro Warnecke unter den nebenstehenden Kontakten.